Der Stauraum einer Talsperre wird in verschiedene Teilbereiche eingeteilt, man spricht hier auch von Staulamellen. Die Staulamellen werden von verschiedenen Stauzielen begrenzt. Die Angabe der einzelnen Staulamellen erfolgt in m³, während die Stauziele in Metern in Bezug auf Normal Null (NN) angegeben werden. Generell hängt die Einteilung der Staubereiche in allererster Linie von der Hauptnutzung der Talsperre ab, zur Trinkwasserversorgung wird ein möglichst großer Betriebsraum benötigt, während HRBs einen möglichst großen Hochwasserraum haben. Nachfolgend werden die Bereiche näher erläutert.

Bewirtschaftung

Betriebsraum:
Der Betriebsraum ist der Hauptnutzraum einer Talsperre und zu 90% bewegt sich die gestaute Wassermenge auch genau in diesem Bereich. Die Wassermenge des Betriebsraumes wird massgeblich von der Hauptnutzung und den jeweiligen hydrologischen Gegebenheiten abhängen.
gewöhnlicher Hochwasserrückhalteraum:
Je nach Funktion einer Talsperre, oder eines HRBs wird ein Hochwasserraum freigehalten. Bei HRBs mit Grundstau stehen meist immer noch mehr als 3/4 als Hochwasserraum zur Verfügung. Bei Trockenbecken entspricht quasi der gesamte Stauraum dem gewöhnlichen Hochwasserrückhalteraum. Bei Talsperren sind es meistens 5% bis 20% des normalen Stauraums, die für Hochwasser frei gehalten werden.
außergewöhnlicher Hochwasserrückhalteraum:
Sobald die Hochwasserentlastungsanlage anspringt, wird der außergewöhnliche Hochwasserraum eingestaut, verbunden ist hiermit auch die Wirkung der Retention.
Reserveraum:
Der Reserveraum sollte im Normalbetrieb nicht erreicht werden, er dient dazu bei extremer Trockenheit trotzdem über einen längeren Zeitraum noch für genügend Wasser zu sorgen.
Totraum:
Der Totraum entsteht praktisch nur sehr selten, weil die Beckensohle ja immer leicht abschüssig in Richtung Stauwerk zeigt. Aber dennoch können Vertiefungen, oder andere bauliche Gegebenheiten dazu führen, dass Wasser im Staubecken zurück bleibt, wenn man alles Wasser über den Grundablass ablässt. Das dann verbleibende Wasser könnte dann nur noch herausgepumpt werden.
Stauraum:
Als Stauraum bezeichnet man die Menge an Wasser vom Grund des Staubeckens bis zum Vollstau, also der Oberkante zum Hochwasserüberlauf. Auf dieser Webseite benutze ich auch diese Angabe bezüglich des Stauraumes.
Gesamtstauraum:
Der Gesamtstauraum gibt zusätzlich zur Menge des normalen Stauraumes noch den verfügbaren Stauraum bei einem maximalen Hochwasserereignis an.
Nutzraum:
Der Nutzraum gibt die Menge der tatsächlich nutzbaren Wassermenge an, also ohne den Totraum.

höchstes Stauziel:
Das höchste Stauziel ist erstmal eine rein rechnerisch ermittelte Stauhöhe, und zwar die, die ensteht, wenn das Hochwasser über die Entlastungsanlage abgeführt wird, dabei geht man von der maximal möglichen Höhe aus, ob diese jemals erreicht wird, oder sogar überschritten wird, wird sich im jeweiligen Fall erst zeigen.
Vollstau:
Der Vollstau markiert die Oberkante des Stauwerks, also der Hochwasserentlastungsanlage, und ist die Obergrenze des Stauraumes
Stauziel:
Als Stauziel wird die Obergrenze des Betriebsraums bezeichnet, diese Größe ist nicht fest in dem Sinne wie der Vollstau, sondern kann sich in Anhängigkeit der Bewirtschaftung der Anlage ändern. So zum Beispiel bei der Talsperre Lehnmühle in Sachsen, diese hat veränderte Stauziele, weil die Talsperre Klingenberg im Unterlauf zur Sanierung komplett leer ist.
Absenkziel:
Das Absenkziel stellt die Untergrenze des Betriebsraumes dar, sofern es Betriebsauslässe gibt, liegt das Absenkziel dort. Unterhalb schließt sich der Reserveraum an.
tiefstes Absenkziel:
Das tiefste Absenkziel liegt an der Unterkante des Grundablasses, und stellt damit die mögliche Höhe dar, die erreicht werden kann, wenn man alles Wasser über den Grundablass ablässt.

Betriebsauslass:
Bei manchen Talsperren gibt es neben dem Grundablass noch einen, oder mehrere Betriebsauslässe, diese dienen dann zur Brauchwasserentnahme und befinden sich sich höher im Bauwerk.
Grundablass:
Der Grundablass liegt an der Beckensohle und dient dazu die Talsperre komplett zu entleeren. Je nach Stauraumgröße gibt es eine bis mehrere Grundablassrohre, die Nennweiten von 400mm bis 2000mm Durchmesser erreichen können. Geregelt werden die Abflüsse mit Schiebern, oder Ventilen. In Staudämmen werden manchmal statt Rohren auch ein Stollen, oder Tunnel genutzt, die dann mit einem Wasserschütz geregelt werden.
Rohwasserentnahme:
In Trinkwassertalsperren gibt es besondere Konstruktionen zur Entnahme des Wasser. Dazu kann ein Wasserturm dienen, der es ermöglicht in verschiedenen Höhen Wasser zu entnehmen. In Staumauern können dies Türme an der Staumauer sein, oder bewegliche Arme, die ähnlich wie ein Kran aussehen. Je nach Stauhöhe und Wasserbeschaffenheit kann das Wasser in verschiedenen Höhen entnommen werden.